Im Interview

Andreas Luckert - AI Engineer

Andreas Luckert - AI Engineer

Über deinen Job

Wie sieht dein typischer Arbeitstag aus?

Da ich definitiv kein Frühaufsteher bin, beginne ich frühestens um 10:00 Uhr, entweder im Home-Office oder um 10:30 oder 11:00 Uhr im wunderschönen Büro in Heidelberg. Abends länger zu bleiben macht mir nichts aus und ist einfach kompatibler mit meinem Privatleben. Ich bin eigentlich immer im Büro, weil ich die Nähe zu den Kollegen und das Ambiente sehr schätze. Wegen frühen Meetings am Morgen bin ich manchmal vor dem Mittagessen noch daheim, gehe dann aber noch ins Office.

Was macht dein Team aus?

International breit gestreut über mehrere Kontinente hinweg, so zumindest beim Kunden. Es gibt tägliche Stand-ups und in meiner Position als Technical Lead eines der Teams in dem Großprojekt noch zusätzliche Regeltermine. Regelmäßiger Kontakt mit den Entwicklern meines und der anderen Teams im Projekt ist essenziell. Dabei präferiere ich asynchrones Chatten in MS Teams anstatt zu viele Ad-hoc-Calls oder "Alignment-Meetings", da man sonst kaum selber zum Arbeiten kommt und zu oft aus dem Flow rausgerissen werden würde. Ausnahmen sind "menschlichere" Themen, da ist ein Call das Mittel der Wahl.

Was macht die Arbeit als AI-Engineer besonders spannend?

Es macht mir Spaß, immer mehr der „langweiligen“ Dinge zu automatisieren und den „agent harness“ so lange feinzutunen, bis man eigentlich kaum noch viel im Prompt sagen muss, weil die Skills alle so klipp und klar formuliert sind, dass die AI Agents in einer recht „deterministischen“ und kontrollierten Weise für einen agieren und man sich währenddessen auf wichtigere, schönere sowie interessantere Dinge konzentrieren kann, die eher mit Kreativität, Software-, Produkt- und Architekturdesign sowie zwischenmenschlicher Kommunikation zu tun haben.

Welche Entwicklung im Bereich AI hat dich in den letzten Jahren am meisten überrascht?

Die rasante Geschwindigkeit, wie schnell diese Tools über reines „Chatbot im Browser“ bis hin zu in alltägliche Anwendungen integrierte „agentic features“ integriert wurden. Natürlich haben die Big Players (OpenAI, Anthropic etc.) alle von VC-Money gezehrt und uns darum die Token-Preise sehr lange künstlich niedrig gehalten, damit wir alle lernen, was wir damit machen können, aber auch davon abhängig werden. Jetzt muss man auf einmal mehr haushalten und aufpassen, wie viel man verbraucht und wofür. Wenn man das erstmal im Griff hat, ist es insgesamt meiner Meinung nach eher positiv zu sehen, weil mittel- und langfristig viele nervige Dinge und Tätigkeiten nicht mehr von Menschen gemacht werden müssen. Ich verstehe auch aus meiner eigenen Warte heraus, wenn einen das manchmal besorgt stimmt, aber generell bin ich eher dankbar dafür, dass ich mittlerweile so viele Dinge delegieren kann. Ich bin sehr gespannt, wie das noch weitergeht in den nächsten Jahren.

An welches Projekt erinnerst du dich besonders gern? Warum?

Hauptsächlich war ich viele Jahre auf einem Großprojekt, an welches ich mich gerne erinnere, und auf welchem ich auch gerne noch bin, denn dies ist noch lange nicht vorbei!  Ich mag an dem Projekt besonders die kollegiale, positive und internationale Team-Atmosphäre. Auch dass man immer Neues dazulernt, und dass das Projekt stets bei den neusten Technologien und Möglichkeiten am Ball bleibt. Aufgrund meiner jahrelangen Teilhabe im Projekt, durfte ich dieses sowie die Projektkultur, Arbeitsweise und das Produkt stark mitgestalten.

Was hast du durch deine Arbeit über KI gelernt, das viele Menschen nicht erwarten würden?

Bei dieser Frage muss ich mich wahrscheinlich in die Menschen reinversetzen, die nicht in derselben Bubble leben und arbeiten wie ich: Was ich immer wieder höre, ist, dass „die Modelle nicht so gut seien“ oder „sie auch viel Quatsch machen/erzählen“.

Mittlerweile ist insbesondere bei dem Niveau der LLMs von heutzutage die Verantwortung in den meisten Fällen nicht mehr allein beim Modell zu suchen, sondern beim Menschen, der gepromptet hat.

Es gibt neben dem reinen Prompt-Engineering (mittlerweile gibt es den Begriff schon seit ca. drei Jahren) auch das sogenannte „Harness-Engineering“, wobei man dem Agenten beziehungsweise dem LLM einen klaren, vordefinierten Rahmen vorgibt, in dem dieser beziehungsweise dieses in bekannten Fällen beziehungsweise bei bekannten Aufgaben auf bestimmte Weisen agieren soll. So kann man diese „nervigen Fehler“ à la „Ich habe es doch schon zigmal gesagt, er soll es so und so machen“ vermeiden, indem man diese Learnings zum Beispiel in „Agent Instructions“ und „Skill Files“ destilliert, also kompakt und AI-ready aufschreibt.

So geht man iterativ vor und kann sich irgendwann immer mehr darauf verlassen, dass die AI-Agents bekannte Aufgaben in einem gewünschten Rahmen sofort richtig machen, ohne dass man noch mehrmals nachbessern muss.

Kompetenzfeldarbeit

Was macht die Mitarbeit im Kompetenzfeld für dich aus?

Es ist eine tolle Gelegenheit, sich mit neuen und relevanten Technologien zu beschäftigen, fit zu bleiben und sich am Zahn der Zeit weiterzubilden, insbesondere, falls dies im Kundenprojekt nicht in dem Ausmaß möglich ist.
Wenn man Glück hat, geht das im Kundenprojekt mit dem Tagesgeschäft einher, denn es wird vom Kunden erwartet, dass man sich ständig mit technologischen Neuerungen auseinandersetzt, insbesondere wenn sie relevant für das Projekt sind.
Darüber hinaus habe ich über Kompetenzfeldarbeit viele andere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von HMS kennengelernt, mit denen ich ansonsten wenig Berührungspunkte gehabt hätte. Es hat also neben dem hauptsächlichen Wissensaufbau und -austausch auch einen Teambuilding-Charakter.

Wie bringst du dich im Kompetenzfeld ein?

Es macht mir sehr viel Spaß, die Ausrichtung sowie die konkrete Umsetzung unserer Aktivitäten im Kompetenzfeld zusammen mit den aktiven Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern zu gestalten und dabei unsere bestehenden internen AWS-Applikationen zu verbessern und zu erweitern, neue Pilotprojekte zu lancieren und andere für die AWS-bezogenen Themen zu motivieren.
Ein- bis zweimal im Jahr darf ich auch nach Hamburg, Berlin oder München auf eines der großen AWS-Events reisen, was natürlich auch sehr cool ist.

Was sind die wichtigsten Themen, mit denen ihr euch aktuell beschäftigt?

„All things AI“ klingt zwar mittlerweile etwas abgedroschen, ist aber einfach das Top-Thema auch in der Cloud: Der bereits stark etablierte Amazon-Bedrock-Service, der alles rund um LLMs bereitstellt, wurde seit einem knappen Jahr durch den AgentCore-Service komplementiert, wo es, wie der Name schon sagt, um „Agents as a Service“ (oder eine Plattform) geht.

Wir haben vor einem Monat im Kompetenzfeld-Projekt Proof of Concepts auf AWS implementiert, in welchen wir agentische Apps für HMS-Mitarbeiterinnen und -Mitarbeiter, sowohl für unsere internen als auch für unsere Geschäftsabteilungen, bereitstellen möchten, die allen das Leben bei ihren alltäglichen Aufgaben vereinfachen sowie allen dabei helfen, immer up to date zu bleiben.

Darüber hinaus habe ich in den letzten drei Monaten ein „Agentic Software-Development Lifecycle“-Portal, kurz ADLC-Portal, entwickelt, welches quasi den kompletten technischen Prozess vom Enduser wegabstrahiert und bei dem dieser nur noch eine genaue Beschreibung seiner gewünschten App in das Portal eingeben muss, sodass alles dann in 20–40 Minuten „wie von Zauberhand“ implementiert, getestet, deployed und in einem Frontend verfügbar gemacht wird.

Dies testen wir gerade intern in mehreren Abteilungen, ob das eine Möglichkeit ist, unsere internen Applikationen zukünftig kollaborativ weiterzuentwickeln und auch ganz neue Apps zu designen, die ansonsten niemals Realität geworden wären.

Du arbeitest bei HMS im Kompetenzfeld Cloud Engineering mit. Welche Aufgaben übernimmst du?

Ich bin seit Beginn dieses Jahres der Leiter des "AWS-Flügels" des neuen Kompetenzfelds Cloud Engineering und Product Owner von AWS bei HMS. 

Welche Entwicklungen siehst du für dein Kompetenzfeld in den nächsten Jahren?

Ich denke, dass die Agent- und LLM-basierten Services bei AWS immer mehr an Bedeutung gewinnen werden. Dennoch darf man die Basis-Services, die bei AWS und in der Cloud generell alles zusammenhalten, nicht vernachlässigen. Darum wird eine solide Cloud-Ausbildung über unsere internen Ausbildungspfade sowie offizielle Zertifizierungen stets relevant bleiben, denn es wird noch viele Jahre nötig sein, gut zu verstehen, warum eine Architektur die richtige ist, in welchen Fällen welche Services verwendet werden sollten etc. Das kann man nach aktuellem Stand nicht einfach blind den Agenten überlassen und wird meiner Meinung nach auch in absehbarer Zeit nicht der Fall sein. 

Das ständige am Ball bleiben, sich weiterbilden und neue Dinge lernen und umsetzen macht einfach Laune.

Andreas Luckert

AI Engineer

Workation und Remote Work

Du hast bereits einige Workations gemacht. Was hat dich dazu motiviert?

Ich hatte schon immer ein gesundes Fernweh im Blut, und als ich Mitte 20 realisiert habe, wie groß und vielfältig die Welt wirklich ist, habe ich alles daran gesetzt, um noch zu Studienzeiten möglichst viel Zeit im Ausland zu verbringen, insbesondere auch im Glauben, dass, sobald ich anfange zu arbeiten, sich das Ganze auf die 30 Tage Urlaub pro Jahr beschränken wird. Damals hatte ich noch nicht mal auf dem Schirm, in der IT-Industrie als Software & Cloud Engineer zu arbeiten. Das hat sich dann glücklicherweise so ergeben, und noch mehr Glück hatte ich dann natürlich mit HMS, dass mir gleich nach meiner Probezeit 2021 erlaubt wurde, ca. drei Monate aus Chile zu arbeiten, über den Winter 21/22 hinweg. Ich selbst liebe es, hier in Heidelberg zu leben und zu arbeiten, doch insbesondere wenn der Winter kommt, wird mein Fernweh sehr groß, und in dieser Kombination von Abwechslung und warmem Klima im Winter haue ich einfach sehr gerne ab. Es hat natürlich auch ein bisschen was Abenteuerliches, und man kann mehr von der Welt entdecken als „nur“ mit dem normalen Urlaubskontingent, das man jedes Jahr hat. Dass das nun sogar auch mit meiner Arbeit ging, war natürlich grandios, und so habe ich das Thema dankenswerterweise mit viel internem Rückenwind bei HMS vorangetrieben. Mittlerweile haben wir einen wohletablierten internen Prozess, und viele Mitarbeitende machen davon Gebrauch.

Wie gelingt es dir, Arbeit und neue Eindrücke vor Ort miteinander zu verbinden?

Man muss ganz klar zugeben, dass es vor allem am Wochenende und an Feiertagen bzw. auch eingeschobenen Urlaubstagen am meisten möglich ist, die neuen und fremden Orte zu erkunden und voll zu genießen. Denn auch wenn „Remote Work“ oft durch „Workation“ so verkauft wird, als wäre man auf „Vacation“, vergisst man, dass man immer noch (in meinem Fall) 40 Stunden pro Woche arbeitet, die entsprechenden Meetings und Deadlines im Kalender hat etc.

Doch auch unter der Woche kann man, wenn man kreativ mit seiner flexiblen Arbeitszeit umgeht, viel vom Ort mitnehmen: Ich habe zum Beispiel, als ich in Alicante war, mit meiner Mutter (die ausnahmsweise mal einen Monat dabei war) immer zwischen 14 und 18 Uhr die Stadt und Umgebung erkundet und ordentlich Sonne und frische Luft getankt. Als dann die Sonne um 18 Uhr unterging, sind wir heim und ich habe dann noch gute drei Stunden weitergearbeitet. Das ist natürlich nicht für jeden etwas, aber für mich hat es super funktioniert, weil ich so bei Tageslicht sehr viel vom Ort sehen konnte und nicht nur auf die Wochenenden beschränkt war.

Im anderen Fall, wenn man z. B. wie ich ca. fünf Monate am gleichen Ort bleibt, ist das schon wie eine Art Work-Erasmus, wo man sich Hobbys, Routinen und Freunde aufbauen kann. Das ist dann natürlich eine ganz andere Erfahrung, weniger touristisch, mehr von Routine und auch echten Connections zu anderen Menschen geprägt. Auch gut: Man steht nicht so sehr unter Druck, dass man jeden Tag immer so viel machen und sehen muss, denn man hat ja Zeit.

Wie funktioniert gute Zusammenarbeit in einem Team, das nicht immer an einem Ort arbeitet?

Das ist in meinem Berufsumfeld übrigens kein Aspekt, der speziell mit „Remote Work“ zu tun hat, sondern eher der Standard: Selbst wenn ich jeden Tag im Heidelberger Büro bin, sind alle meine Projektmitarbeiter immer weltweit verstreut. Es kommt, zumindest in meiner Konstellation, nur manchmal vor, dass andere HMS-Kollegen, die auf demselben Großprojekt sind, auch im Office anzutreffen sind. Es ist eher bei internen Projekten bei HMS so, dass man häufiger Meetings vor Ort hat. Es funktioniert vor allem dann gut in solchen verteilten Teams, wenn man die richtige Mischung aus menschlichem Kontakt und Austausch in gezielten Meetings sowie effektiver asynchroner Kommunikation über Teams-Channels und -Chats trifft.
 

Was schätzt du am mobilen bzw. remote Arbeiten besonders?

Insbesondere im Winter an sonnige Orte zu kommen, mehr Abwechslung und Abenteuerfeeling zu haben, auch mehr klar unterscheidbare Erinnerungen zu kreieren. Der Tapetenwechsel ist für mich einfach inspirierend und anregend. Die neuen Umgebungen und Eindrücke führen bei mir immer zu einer ganz anderen Art von Selbstreflexion, woraus ganz neue Ideen entstehen. Wenn ich nach Heidelberg zurückkomme, weiß ich dafür alles, was hier so toll ist, viel mehr zu schätzen, als wenn ich die ganze Zeit hier wäre.

Seitdem ich mal gelesen habe, dass das menschliche Hirn eine Effizienzmaschine ist und alle ähnlichen Erinnerungen und Erlebnisse stark zusammendampft, also komprimiert, und im Gegenzug alle sehr unterschiedlichen Erlebnisse klar separat abspeichert und dadurch mehr unterscheidbare Erinnerungen kreiert werden, hatte ich noch einen Grund mehr, das Remote Worken regelmäßig durchzuziehen. Ich will halt nicht nach 10 oder 20 Jahren sagen müssen: „Die Jahre sind so schnell vergangen und ich kann sie in der Erinnerung kaum noch auseinanderhalten.“ Tapeten- und Kulturwechsel sind definitiv unterschiedlich genug, dass das Hirn diese Erlebnisse nicht einfach komprimieren kann. Es kommt einem also im Nachhinein so vor, als hätte man viel mehr erlebt. Ein wahrhaftiger Lifehack!

Welche Herausforderungen bringt das Arbeiten aus dem Ausland mit sich? Und wie meisterst du diese? Hast du besondere Tipps?

Insbesondere das Setup vom Arbeitsplatz ist die größte Herausforderung während der Arbeitszeit: Wenn das nicht ergonomisch ist, dann können acht Stunden wirklich sehr lang werden, insbesondere über mehrere Wochen und Monate hinweg. Andere Herausforderungen betreffen hauptsächlich die Organisation, Papierkram, Unterkünfte, Flüge, die Wohnung unterzuvermieten, alle möglichen Abos und Mitgliedschaften zu pausieren, die Post über einen „Nachsendeauftrag“ weiterleiten zu lassen etc. Die andere Sprache vor Ort, dass man mehrere Monate nur im Notfall zum Arzt kann, die Hobbys vor Ort aufzubauen, sich zu informieren, wo was geht, sich an- und wieder abzumelden, Arzttermine alle in den Anwesenheitszeitraum in Deutschland zu legen, und vieles mehr. Ja, das ist viel Overhead und nicht für jeden etwas. Aber ich würde es immer wieder tun. Und man wird auch immer schneller und besser in allem; es ist alles Sache von Erfahrung, quasi auch eine gewisse Routine nach mehreren Jahren.

Warum ist dieses Angebot aus deiner Sicht ein attraktiver Benefit?

Uff, das geht, denke ich, aus den obigen Punkten hervor.
Ich kann noch aus Arbeitgebersicht ergänzen, dass jede Firma sich gut daran tun würde, so etwas anzubieten, weil die Leistung der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter dadurch eher steigt sowie die Mitarbeiterbindung an die Firma und die Zufriedenheit, sowohl bei der Arbeit als auch im Leben. Es macht meiner Meinung nach keinen Sinn, in Jobs, wo es nicht unbedingt notwendig ist, die Leute zu zwingen, das ganze Jahr immer an einem bestimmten Ort sein zu müssen. Das ist nicht mehr zeitgemäß. Ich bin froh, dass HMS dafür offen war, bereits vor fünf Jahren, und sich das nun als Standardprogramm bei uns etabliert hat.

Rhein-Neckar AI & Data Meetup

Du engagierst dich beim Rhein-Neckar AI & Data Hub Meetup. Wie ist die Idee dazu entstanden?

Alles fing auf dem AWS DACH Community Event Mitte September 2024 an: Dort hingen überall Plakate aus, die die sog. „AWS User Groups“ beworben haben. Es gab schon welche in Karlsruhe, Heilbronn, Frankfurt und Bensheim, aber keine in Heidelberg oder Mannheim. Ich bin daher direkt eine Woche nach dem Event zu einem User-Group-Event der Heilbronner Gruppe gegangen. Das hat mir so gut gefallen, dass ich dachte: „Mensch, sowas müssen wir auch organisieren in Heidelberg und Umgebung!“

Aus der Idee, eine „AWS User Group“ zu machen, ist dann das deutlich breitere und unabhängigere Format „Rhein-Neckar AI & Data Hub Meetup“ entstanden. Das allererste Meetup war am 20.02.2025, als ich gerade von Málaga aus Remote Work gemacht habe; ich konnte also nicht mal persönlich beim ersten Event dabei sein, obwohl ich es maßgeblich mitorganisiert hatte. Beim zweiten Event dann im April 2025 war ich wieder zurück in Heidelberg und habe das Meetup auch sogleich moderiert. Das hat sich dann so etabliert, dass ich immer die Moderation übernehme, außer wenn ich ausnahmsweise nicht da sein sollte. Es macht unglaublich viel Spaß, und mittlerweile ist mein Lampenfieber auch sehr gering geworden, nach insgesamt neun Meetups.

Meine Aufgaben belaufen sich also hauptsächlich auf die Moderation der Meetups sowie die Kontaktaufnahme zu externen und internen Vortragenden und auch die generelle Ideenfindung im Team, wie wir zukünftige Meetups halten wollen, welche Themen, welche Rahmenprogramme und Formate etc. Durch meine Sichtbarkeit auf LinkedIn werde ich auch regelmäßig von potenziellen Vortragenden, aber auch von Bewerbern für HMS angeschrieben. Diese Außenwirkung sowie die Betreuung dieser Kanäle mache ich also nebenbei auch noch mit.

Was ist das Ziel des Meetups?

Einen Raum im Rhein-Neckar-Gebiet schaffen, wo sich fachliche Expertise und „curious minds“ treffen und austauschen, voneinander lernen und sich gegenseitig inspirieren können. Natürlich sind auch die Sichtbarkeit von HMS, sowohl in der Region und in der realen Welt als auch in den professionellen Netzwerken, insbesondere auf LinkedIn, positive Nebeneffekte des Ganzen. Denn am Ende müssen mehrere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter bei HMS ihre Zeit und Energie in die ganze Sache reinstecken, damit es läuft. Darum suchen wir auch regelmäßig nach anderen Mitstreitern, die Lust haben, mit uns solche Meetups zu organisieren. In der Vergangenheit haben wir zum Beispiel mit der SRH-Universität Events organisiert.

Warum ist dir die Vernetzung / der Austausch der Data- und AI-Community wichtig?

Man kann zwar viel im Internet durch Tutorials und Blogartikel lernen, aber am Ende ist ein echter Vortrag mit anschließender Diskussion und danach informellem fachlichem Austausch einfach nicht zu ersetzen. Die Kontakte und Chancen sowie Learnings, die man aus solchen Events mitnimmt, sind nicht zu unterschätzen.

Was können Besucher von einem Meetup bei HMS erwarten?

Fachlich gute Vorträge, angeregte und respektvolle Diskussionen und Fragerunden sowie lockeres Networking bei leckerem Essen in einem sehr schönen Ambiente über den Dächern der Heidelberger Bahnstadt.

Welche Erfahrungen oder Fähigkeiten sollten Besucher bereits mitbringen?

Prinzipiell kann jeder kommen, der sich für ein Thema interessiert, unabhängig von Vorerfahrung oder Fähigkeiten. Manche der Vorträge und insbesondere einige Fragen in der Diskussionsrunde können allerdings schon auch mal sehr technisch und fachlich werden, darum ist es nicht verkehrt, sich zumindest grundlegend im Thema zurechtzufinden. Die Meetups werden auch immer auf Englisch abgehalten, weil wir immer sehr viele internationale Besucher haben und diese nur ungern ausschließen würden. Im Networking danach wird natürlich, je nachdem, mit wem man in der kleinen Gruppe steht, auch Deutsch gesprochen, sofern es für alle passt.

Wie genau läuft das Meetup ab?

Wir starten mit einer Welcome Session und dem lockere Einfinde. Dann nach 30 Minuten beginnt der erste Talk mit anschließender Q&A, darauf folgt dann der zweite Talk auch mit Q&A. Abschließend werden die Snacks aufgetischt und das lockere Networking eingeläutet.

Was konntest du persönlich als Co-Organisator des Meetups lernen?

Von purer Inspiration zur Idee, dann zur Vision und am Ende in die konkrete Umsetzung. Das ist im Nachhinein eigentlich das Krasseste an der Sache, dass das wirklich geklappt und auch den entsprechenden Anklang in der Firma gefunden hat. Denn ohne Rückenwind würde es nicht funktionieren. Außerdem habe ich so Einblicke ins Eventmanagement bekommen sowie in die Herausforderungen, die das alles so mit sich bringt, und wie man diese lösen kann. Herausstechend und persönlich sehr bereichernd für mich ist sicherlich auch, die Meetups zu moderieren, denn im normalen Alltagsgeschäft bekommt man solche Gelegenheiten eigentlich nie.

Über HMS

Warum hast du dich damals für HMS entschieden?

Ich fand die Website damals deutlich ansprechender, moderner, freundlicher und einladender als fast alle anderen, die ich gesehen hatte. Dass man sich dann noch explizit initiativ bewerben konnte und es dafür eine extra Unterseite gab, war noch das Sahnehäubchen. Das lockere und sympathische Gespräch mit Kai Brodmann sowie die Aussichten, was ich hier alles über Cloud & Software Engineering lernen kann, waren für mich dann Grund genug, den Quereinstieg von der Physik in die IT-Beratung zu wagen.

Bis heute habe ich das nicht bereut; interessante Projekte gibt es genug, Lernmöglichkeiten auch, und man ist einfach technologisch gesehen am Zahn der Zeit. Als IT-Beratung müssen wir per Definition unseren Kunden immer mehrere Schritte voraus sein, und dieses ständige Am-Ball-Bleiben, sich weiterbilden und neue Dinge lernen und umsetzen macht einfach Laune.

Wieso bleibst du bei HMS?

Die tolle, kollegiale und lockere Atmosphäre unter den Kollegen im Büro sowie die Möglichkeit, sowohl zeitlich als auch örtlich sehr flexibel zu arbeiten, kommen noch obendrauf.

Was unterscheidet HMS aus deiner Sicht von anderen Arbeitgebern?

Dass bei HMS die Hierarchien flach und die Wege kurz sind, und ein stark ausgeprägter innovativer und flexibler Spirit vorhanden ist. Ideen wie das Meetup oder Workation wären in Großunternehmen, wo alles bis ins letzte Detail durchreguliert ist und man mit anderen Abteilungen, wenn überhaupt, nur über ein anonymes Ticketsystem in Kontakt tritt, höchstwahrscheinlich im Keim erstickt worden. Dessen muss man sich bei der Entscheidung, ob man in einem Großunternehmen, Mittelständler oder Startup arbeiten will, bewusst sein. Alle haben ihre Vor- und Nachteile, und ich sehe hier ganz klar die Vorteile und wusste sie für mich und das Unternehmen sowie die Mitabeitenden zu nutzen.